Mittel gegen Krätze
Krätze (Scabies) ist eine ansteckende Hauterkrankung, die durch Krätzmilben verursacht wird und meist starken Juckreiz sowie Hautreizungen auslöst. Für die Behandlung werden spezielle Cremes, Lotionen oder Lösungen eingesetzt, die zur Bekämpfung der Milben beitragen können. Auf apotheke.at finden Sie eine Auswahl an Produkten zur unterstützenden Krätze-Behandlung sowie pflegende Produkte. Informieren Sie sich über Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und wichtige Hygienemaßnahmen bei Krätze.
Alle Produkte zu Krätze Behandlung
Krätzmilben als Ursache für Skabies
Krätze – medizinisch Skabies genannt – ist eine ansteckende Hauterkrankung. Auslöser der Krätze bzw. Skabies sind winzige Parasiten, die sogenannten Krätzmilben (Sarcoptes scabiei var. hominis). Nach der Begattung auf der Hautoberfläche sterben die männlichen Tiere ab. Die weiblichen Tiere hingegen legen auf der Haut ihre Eier ab und dringen in die Hornschicht der Haut ein, wo sie tunnelförmige Gänge graben. Zeitgleich schlüpfen nach einigen Tagen aus den Eiern Larven, die sich wiederum zu Nymphen und schließlich nach etwa zwei bis drei Wochen zu geschlechtsreifen Milben entwickeln.
Was ist Krätze?
Krätze ist eine parasitäre Hautinfektion, die durch direkten Hautkontakt übertragen wird. Besonders häufig tritt sie dort auf, wo Menschen eng zusammenleben – etwa in Familien, Kindergärten, Pflegeeinrichtungen oder Gemeinschaftsunterkünften.
Nach der Ansteckung kann es 3 bis 8 Wochen dauern, bis die ersten Symptome auftreten. Bei einer erneuten Infektion können Beschwerden deutlich schneller einsetzen.
Die mit der Krätze einhergehenden Symptome sind typischerweise:
- ein starker Juckreiz, der vor allem nachts auftritt
- kleine gerötete Knötchen, Pusteln, Papeln oder Bläschen auf der Haut
- kaum erkennbare feine, dunkle Linien in der Haut
- teils eitrig entzündete Hautpartien
Der Juckreiz entsteht vor allem durch eine Immunreaktion des Körpers auf Milben, Eier und Ausscheidungen.
Das ekzemartige Hautbild tritt speziell an Hautpartien auf, bei denen eine hohe Temperatur herrscht und die eine dünnere Hautschicht aufweisen (z. B. Hautfalten zwischen Fingern und Zehen, Ellenbogen, Nabelregion, Geschlechtsorgane). Die Symptome der Krätze sind denen anderer Hauterkrankungen teils ähnlich, weshalb ärztliches Fachpersonal über den Nachweis von Milben oder Eiern die Diagnose stellen sollte.
Speziell Personen mit einer Abwehrschwäche können von der Scabies crustosa (Borkenkrätze) betroffen sein. Sie kennzeichnet sich durch starke Krustenbildung und ist aufgrund der hohen Anzahl von Milben wesentlich ansteckender als die gewöhnliche Skabies.
Ausschlag durch Krätzmilben: schnelle Behandlung wichtig
Direkt nach dem Nachweis der Krätze ist eine sofortige Behandlung ratsam. Sie sollte zum einen aufgrund der unangenehmen Begleiterscheinungen und zum anderen aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr erfolgen. Enge Kontaktpersonen von Betroffenen sind stark gefährdet, ebenfalls von Krätzmilben geplagt zu werden. Aus diesem Grund sollten sich diese ebenfalls einer Krätze-Behandlung unterziehen, um einen Ping-Pong-Effekt zu vermeiden.
Meist übertragen sich Krätzmilben durch unmittelbaren Hautkontakt. Für eine Besiedlung genügt es schon, wenn ein einziges begattetes Weibchen oder aber mehrere Larven verschiedenen Geschlechts den Wirt wechseln. Die Parasiten bewegen sich allerdings langsam, weshalb für die Übertragung ein großflächiger Hautkontakt über fünf bis zehn Minuten notwendig ist.
Auch wenn eine Übertragung von Krätzmilben über Textilien oder Gegenstände theoretisch möglich ist, gilt sie in Fachkreisen als unwahrscheinlich. Krätzmilben sind nämlich nicht nur langsam, sondern büßen ohne Wirt auch schnell an Infektiosität ein.
Mittel gegen Krätze: Salbe, Gel oder Lotion richtig anwenden
Die Behandlung von Krätze erfolgt in der Regel mit verschreibungspflichtigen oder apothekenüblichen Arzneimitteln. Die Wirkstoffe werden äußerlich auf die Haut aufgetragen und sollen die Milben abtöten.
Zu den in Europa häufig eingesetzten Wirkstoffen zählen unter anderem:
- Permethrin (in Österreich zugelassen; gilt als Mittel der ersten Wahl)
- Benzylbenzoat (in Österreich derzeit nicht zugelassen)
- Crotamiton (in Österreich derzeit nicht zugelassen)
Für eine schnelle und wirkungsvolle Behandlung gibt es gleich mehrere Mittel gegen Krätze, die sich unkompliziert anwenden lassen. Zumeist wird die Krätze-Therapie äußerlich durchgeführt. Für die Skabies-Behandlung stehen dabei verschiedene Produkte zur direkten Anwendung auf der Haut zur Verfügung. Sie verfolgen zwei Therapieziele:
- die Abtötung der Krätzmilben sowie ihrer Eier und Larven
- die Linderung und Behandlung der typischen Krätze-Symptome (Juckreiz, entzündliche Veränderungen der Haut)
Während sich bei topischen Mitteln gegen Krätze die Dauer der Behandlung je nach Wirkstoff unterscheidet, haben sie eines gemeinsam: Die Krätze-Behandlung muss lückenlos am gesamten Körper erfolgen, und zwar vom Unterkiefer abwärts. Zusätzlich tragen Sie das Mittel auch in den Hautfalten hinter den Ohren auf.
Die genaue Einwirkzeit und Behandlungsdauer hängen vom jeweiligen Wirkstoff ab und sind der Packungsbeilage des Präparats zu entnehmen. Bei Permethrin beispielsweise wird die Creme typischerweise über 8–14 Stunden auf der Haut belassen und dann abgewaschen. Erst nach dem Abwaschen dürfen Sie sich umkleiden und Bettwäsche wechseln.
Bitte beachten Sie: Die konkrete Therapie sollte immer nach ärztlicher Diagnose erfolgen, insbesondere bei Säuglingen, Schwangeren oder schweren Verlaufsformen.
Hinweis für Haustierbesitzer: Wenn Sie mit Permethrin-Creme behandelt werden, halten Sie Katzen und Reptilien (z. B. Schildkröten, Schlangen) von sich fern. Länger andauernder Hautkontakt mit Permethrin kann für diese Tiere gefährlich sein.
Weiterhin Juckreiz und Ausschlag nach Krätze-Behandlung? Das hilft
Auch nach erfolgreicher Behandlung der Krätze wird Ihre Haut womöglich irritiert und trocken sein. Am besten tragen Sie daher bis zum Abklingen der Hautveränderungen milde Salben oder Cremes auf die betroffenen Stellen auf. Geeignet sind typische Mittel gegen trockene Haut.
Im Anschluss an die Krätzmilben-Behandlung tritt manchmal das sogenannte postskabiöse Ekzem auf. Die Symptome ähneln der Skabies stark, weshalb oft fälschlicherweise angenommen wird, die Heilung der Krätze sei noch nicht erfolgt bzw. die Mittel gegen Krätze hätten nicht gewirkt. Es ist ratsam, für die Behandlung ärztliches Fachpersonal hinzuzuziehen.
Krätze-Therapie unterstützen: Diese Hygienemaßnahmen sind sinnvoll
Wenn Sie eine Krätze behandeln, sind begleitende Hygienemaßnahmen dringend angeraten. Hierbei konzentrieren Sie sich auf Textilien und Gegenstände, mit denen Sie längeren und/oder großflächigen Hautkontakt hatten.
Wichtiger Hinweis: Desinfektionsmittel sind gegen Krätzmilben unwirksam – bitte verzichten Sie auf deren Einsatz.
Vor der Behandlung der Krätze sind folgende Schritte sinnvoll:
- Kürzen Sie Ihre Nägel, da sich dort Milben sammeln können.
- Entfernen Sie aus dem gleichen Grund starke Körperbehaarung.
- Waschen Sie sämtliche benutzte Textilien der letzten vier Tage bei 60 °C.
Während oder unmittelbar nach der Behandlung befolgen Sie diese Schritte:
- Waschen Sie benutzte Bettwäsche, getragene Kleidung, Handtücher und andere Textilien, die in die oben genannte Kategorie fallen, bei 60 °C. Wechseln Sie diese Textilien für mindestens vier Tage täglich.
- Ist das nicht möglich, so packen Sie die betreffenden Textilien und Gegenstände in verschließbare Plastiksäcke und lagern Sie sie für 72 Stunden bei mindestens 21 °C. Alternativ ist eine Lagerung für zwei Stunden bei -25 °C möglich.
- Sofern direkter Hautkontakt bestand, können Sie Sofas, Kissen und Teppiche mit einem starken Staubsauger reinigen oder sie 48 Stunden lang nicht nutzen. Wechseln Sie im Anschluss den Staubsaugerbeutel.
Wann sollte man bei Krätze zum Arzt?
Bei Verdacht auf Krätze sollte möglichst frühzeitig eine ärztliche Abklärung erfolgen. Eine sichere Diagnose erfolgt meist durch klinische Untersuchung der Haut, teilweise ergänzt durch Dermatoskopie oder mikroskopischen Nachweis der Milben.
Ein Arztbesuch ist besonders wichtig:
- bei starkem oder anhaltendem Juckreiz
- wenn mehrere Personen im Haushalt betroffen sind
- bei Säuglingen, Kindern oder immungeschwächten Personen
- wenn sich die Symptome trotz Behandlung nicht verbessern
Häufig gestellte Fragen zum Thema Krätze-Behandlung
Wie bekommt man eine Krätze?
Krätzmilben übertragen sich vorrangig von Mensch zu Mensch, wobei bei gewöhnlicher Krätze ein längerer Hautkontakt über mindestens 5 Minuten bestehen muss. Eine indirekte Übertragung über kontaminierte Textilien und Gegenstände ist selten.
Was hilft gegen Krätze?
Wer die Parasiten abtöten will, verwendet wirkstoffhaltige Mittel gegen Krätze aus der (Online-)Apotheke. Auch eine sorgfältige Hygiene (täglicher Wechsel von Bettwäsche & Handtüchern, 60-Grad-Wäschen etc.) ist essenziell für den Erfolg der Krätze-Behandlung.
Wie wird Krätze behandelt?
Die Behandlung erfolgt in der Regel mit speziellen Arzneimitteln gegen Krätzmilben. Diese werden meist als Creme oder Lotion auf die Haut aufgetragen. Häufig verwendeter Wirkstoff in Österreich ist Permethrin. Die Anwendung erfolgt üblicherweise nach ärztlicher Diagnose und gemäß Packungsbeilage. In vielen Fällen wird die Behandlung nach einigen Tagen wiederholt.
Wie lange dauert es, bis die Krätze weg ist?
Bei sorgfältiger Hygiene und konsequenter Behandlung der Krätze sind die Parasiten in der Regel nach der im Beipackzettel genannten Behandlungsdauer abgetötet. Die Haut kann aber auch danach noch tage- oder sogar wochenlang jucken und trocken sein.
Ist Krätze ansteckend?
Ja. Krätze wird hauptsächlich durch direkten, längeren Hautkontakt übertragen. Deshalb kann sich die Erkrankung leicht innerhalb von Familien oder Gemeinschaftseinrichtungen verbreiten. Auch enge Kontaktpersonen sollten häufig gleichzeitig behandelt werden, um eine erneute Ansteckung zu vermeiden.
Wie lange ist man mit Krätze ansteckend?
Bei ordnungsgemäß durchgeführter Behandlung gilt man in der Regel ab mindestens 36 Stunden nach Ende der Therapie als nicht mehr ansteckend. Die genaue Zeitangabe hängt vom verwendeten Wirkstoff und der Behandlungsform ab – bitte beachten Sie die Hinweise Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes sowie die Packungsbeilage.
Wie lange muss man bei Krätze nach Behandlung Bettwäsche wechseln?
Nach Beginn der Behandlung muss man mindestens 4 Tage lang täglich die Bettwäsche wechseln. Waschgänge mit 60 °C töten Krätzmilben und ihre Eier ab.