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Abführmittel

Abführmittel gibt es in unterschiedlichen Wirkweisen: osmotisch (z. B. Macrogol, Lactulose) für eine sanfte Darmentleerung, stimulierend (z. B. Bisacodyl, Natriumpicosulfat) für schnellere Wirkung oder als natürliche Quellstoffe wie Flohsamenschalen. Erhältlich als Tabletten, Tropfen, Pulver, Zäpfchen oder Rektallösung – je nach gewünschtem Wirkeintritt.

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Welche Arten von Abführmitteln gibt es?

Je nach Anwendungsgebiet und persönlichen Vorlieben gibt es verschiedene Abführmittel. Diese unterscheiden sich in Wirkweise, Wirkstoffen und Darreichungsform.

Osmotische Abführmittel

Das Wort „osmotisch“ bedeutet wasserziehend. Osmotische Abführmittel binden Wasser im Darm, machen den Stuhl weicher und erleichtern somit die Darmentleerung. Sie wirken sanft und sind gut für eine regelmäßige Anwendung geeignet, sollten jedoch nicht ohne ärztliche Abklärung für einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Bekannte Wirkstoffe in osmotisch wirkenden Abführmitteln sind z. B. Macrogol, Lactulose, Bittersalze oder Glaubersalz.

Stimulierende Abführmittel

Diese Abführmittel wirken stimulierend auf die Darmmuskulatur. Ihre Wirkung tritt meist innerhalb von 6 bis 12 Stunden ein. Sie sollten nur kurzfristig eingesetzt werden, um eine Gewöhnung zu vermeiden. Zu den stimulierend wirkenden Abführmitteln gehören Diphenole wie Bisacodyl und Natriumpicosulfat.

Quellstoffe & Ballaststoffe

Bei Quellstoffen und Ballaststoffen handelt es sich um natürliche Alternativen, die das Stuhlvolumen vergrößern und die Verdauung auf sanfte Weise unterstützen können. Daher sind sie besonders geeignet für eine langfristige Anwendung. Beispiele hierfür sind Flohsamenschalen oder Leinsamen.

Gleitmittel (z. B. Paraffinöl)

Abführmittel mit Gleitmittelwirkung (auch Gleitmittel-Laxantien genannt) sind eine spezielle Art von Abführmitteln, die die Darmpassage erleichtern, indem sie den Stuhl gleitfähiger machen. Sie wirken, indem sie eine Art Schmierfilm um den Stuhl legen, sodass er leichter durch den Darm gleiten kann. Gleitmittel sind nicht zur dauerhaften Einnahme bei Verstopfung empfohlen. Beispiele für Gleitmittel-Abführmittel sind Paraffinöl (flüssiges Paraffin) und Glycerin-Zäpfchen.

Zäpfchen und Einläufe (Klistiere)

Zäpfchen, wie die bereits erwähnten Glycerin-Zäpfchen, und Einläufe bieten bei Verstopfung eine schnelle Hilfe. Sie werden lokal im Rektum angewendet, wenn eine sofortige Wirkung erforderlich ist. Durch die gezielte lokale Anwendung werden Magen und Darm nicht zusätzlich belastet. Besonders geeignet sind Zäpfchen und Einläufe für akute Verstopfung oder als Vorbereitung auf medizinische Untersuchungen.

Natürliche Abführmittel

Es gibt auch rein pflanzliche Mittel die verdauungsfordernd wirken und somit bei Verstopfungen helfen können. Dazu gehören ballaststoffreiche Leinsamen (s. o.) und Rizinusöl. Weitere natürliche Abführmittel bzw. Hausmittel bei Verstopfung sind Trockenpflaumen, Apfelessig, Sauerkrautsaft sowie verschiedene frische Kräuter.


Anwendung und Dosierung von Abführmitteln

Auch wenn die meisten Abführmittel rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind, sollten Sie sich immer den Beipackzettel aufmerksam durchlesen und die Dosierungsempfehlungen einhalten. Sollten Sie Fragen dazu haben, so können Sie gerne unseren pharmazeutischen Kundenservice in Anspruch nehmen.

Wie nimmt man Abführmittel richtig ein?

Die Einnahmeempfehlungen für Abführmittel sind abhängig von Wirkweise, Wirkstoffen und der Darreichungsform. Die richtige Einnahme von Abführmitteln ist im Beipackzettel angegeben. Wichtige Hinweise für die korrekte Einnahme von Abführmitteln:

  • Insbesondere osmotisch wirksame Abführmittel und Quellstoffe sollten immer mit ausreichend Wasser eingenommen werden, um eine optimale Wirkung zu erzielen.
  • Abführmittel sollten nicht auf nüchternen Magen eingenommen werden, es sei denn, es ist explizit empfohlen (z. B. bei Rizinusöl).

Wie lange darf man Abführmittel anwenden?

Die meisten rezeptfreien Abführmittel sind für eine kurzfristige Anwendung bei akuter Verstopfung konzipiert. Eine längerfristige Einnahme von Abführmitteln, auch wenn es sich um rezeptfreie Abführmittel oder pflanzliche Wirkstoffe handelt, sollte nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen. Bei einigen Abführmitteln besteht eine Gefahr der Gewöhnung – der Körper stellt sich auf die unterstützende Wirkung ein und hat anschließend noch größere Probleme, die Verdauung eigenständig zu regulieren. Natürliche Ballaststoffe sind für eine dauerhafte Anwendung geeignet. Jedoch sollte eine länger anhaltende Verstopfung immer mit einem Arzt oder einer Ärztin beurteilt werden.

Welche Dosierung ist empfohlen?

Die Dosierung von Abführmitteln variiert je nach Präparat – genaue Angaben finden sich auf der Packungsbeilage oder sind in der Apotheke erhältlich. Sollten Sie Fragen zu der Dosierung von Abführmitteln haben, dann hilft unser pharmazeutischer Kundenservice gerne weiter.

Abführmittel mit Sofortwirkung – wann sind sie sinnvoll?

Wenn es schnell gehen muss, sind Abführmittel mit Sofortwirkung eine gute Wahl. Diese sind besonders hilfreich bei akuten Beschwerden, sollten aber nicht regelmäßig angewendet werden.

Beispiele für schnell wirkende Abführmittel:

  • Zäpfchen oder Einläufe (Klistiere): werden lokal angewendet und wirken oft schon innerhalb von 5 bis 30 Minuten.
  • Stimulanzien wie Bisacodyl: Tabletten oder Tropfen mit diesem Wirkstoff wirken nach 6 bis 10 Stunden.

Nebenwirkungen & Risiken

Abführmittel können, wie auch alle anderen Arzneimittel, unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen. Eine genaue Auflistung ist im Beipackzettel der Präparate vermerkt.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Zu den bekanntesten Nebenwirkungen von Abführmitteln zählen Blähungen und Bauchkrämpfe. Durch eine Überdosierung von Abführmitteln kann es zu Durchfall kommen. Bei längerfristiger Anwendung kann es zu einem Verlust von Elektrolyten kommen, was weitreichende Auswirkungen auf den Organismus haben kann.

Besteht die Gefahr der Abhängigkeit?

Insbesondere bei stimulierenden Abführmitteln wird angenommen, dass die Gefahr einer Gewöhnung besteht. Neuere Studien konnten dies jedoch nicht belegen. Dennoch sollten diese Präparate nur gelegentlich angewendet werden.

Welche langfristigen Folgen kann der übermäßige Gebrauch von Abführmitteln haben?

Ein übermäßiger Gebrauch von Abführmitteln kann langfristig erhebliche gesundheitliche Folgen haben. Dabei hängt das Risiko von der Art des Abführmittels und der Dauer der Einnahme ab.

  • Abhängigkeit & Darmträgheit: Der Darm kann sich an die regelmäßige Stimulation gewöhnen und wird „faul“.
  • Elektrolyt- & Mineralstoffmangel: Besonders Kalium, Magnesium und Natrium werden ausgeschwemmt – Risiko v. a. bei älteren Menschen.
  • Dehydration & Nierenschäden: Flüssigkeitsverlust kann zu Austrocknung und langfristig zu Nierenschäden führen.
  • Reizdarmsyndrom & Darmschäden: Reizung bis hin zu chronischen Verdauungsproblemen oder Darmschleimhautveränderungen.

Die langfristige Anwendung von Abführmitteln kann zu einem Teufelskreis führen. Besteht eine Abführmittel-Abhängigkeit, sollte die Einnahme unter ärztlicher Aufsicht langsam reduziert werden. Unterstützend wirken ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Wasser (1,5 bis 2 Liter täglich) und Bewegung.


Besteht eine Abführmittel-Abhängigkeit, so sollte eine ärztliche Konsultation erfolgen. Wichtig ist es, die Einnahme der Mittel langsam zu reduzieren, um den Darm wieder an eine normale Funktion zu gewöhnen. Unterstützend wirken dabei auch eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Vollkorn, Obst und Gemüse sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Tag. Zusätzlich kann Bewegung die Darmtätigkeit anregen.


Wechselwirkungen & Kontraindikationen

Wechselwirkungen beschreiben die Auswirkungen, die ein Medikament auf ein anderes hat, wenn beide gleichzeitig eingenommen werden. Kontraindikationen sind Bedingungen, unter denen ein Medikament nicht angewendet werden sollte.

Welche Medikamente können mit Abführmitteln interagieren?

Abführmittel können mit verschiedenen Medikamentengruppen interagieren:

  • Diuretika (Entwässerungsmittel)
  • Herzmedikamente
  • Blutdrucksenker
  • Antibiotika
  • Orale Kontrazeptiva (z. B. Antibabypille)
  • Kortikosteroide
  • Insulin

Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, nutzen Sie den MedikationsCheck von apotheke.at oder wenden Sie sich an medizinisches Fachpersonal.


Wer sollte auf Abführmittel verzichten?

Schwangere, Personen mit Darm-, Herz- oder Nierenerkrankungen sowie Kinder und ältere Menschen sollten vorsichtig sein. Für Schwangere eignen sich Ballaststoffe, Lactulose und ggf. Macrogol. Bei Babys und Kleinkindern sind Flohsamenschalen oder Glycerin-Zäpfchen gängig. Stimulierende Mittel sind für Kinder ungeeignet.

Abführmittel zum Abnehmen – eine gefährliche Idee

Einige Menschen nutzen Abführmittel zum Abnehmen. Das ist gefährlich! Die Wirkung basiert auf Wasserverlust – nicht auf Fettabbau – und kann zu Dehydrierung und Elektrolytstörungen führen. Besser: gesunde Ernährung und Bewegung.


Rezeptpflichtig oder frei verkäuflich?

Abführmittel sind rezeptfrei oder rezeptpflichtig erhältlich. Rezeptpflichtige Varianten enthalten stärkere Wirkstoffe, rezeptfreie wie Quellstoffe und milde osmotische Laxantien sind gut für die gelegentliche Anwendung geeignet.

Welche Abführmittel sind rezeptfrei erhältlich?

Macrogol, Flohsamenschalen, Bisacodyl und Lactulose sind rezeptfrei z. B. bei apotheke.at erhältlich. Dennoch gilt: Beschwerden, die anhalten, gehören ärztlich abgeklärt.

Wann ist eine ärztliche Verschreibung erforderlich?

Bei chronischer Verstopfung oder medizinischer Vorbereitung (z. B. Darmspiegelung) werden stärkere, rezeptpflichtige Präparate wie Prucaloprid oder Linaclotid verwendet. Rezept jetzt einfach bei apodiscounter einlösen.


Abführmittel kaufen – worauf sollte man achten?

Beim Kauf in der Apotheke sollten Sie folgende Kriterien berücksichtigen:

  • Verträglichkeit: Natürliche Laxantien sind oft schonender.
  • Anwendungsdauer: Kurzzeitig oder langfristig verträglich?
  • Darreichungsform: Pulver, Tropfen, Tabletten, Zäpfchen usw.
  • Beratung: Nutzen Sie die Hilfe des pharmazeutischen Kundenservice.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Abführmitteln

Was ist ein Abführmittel?

Ein Abführmittel (Laxans) ist eine Substanz, die die Verdauung fördert und bei Verstopfung die Darmentleerung erleichtert.

Welches ist das beste Abführmittel?

  • Langfristige Anwendung: Flohsamenschalen oder Leinsamen
  • Akute Hilfe: Bisacodyl, Natriumpicosulfat, Glycerin-Zäpfchen
  • Natürlich: Quellstoffe, Trockenpflaumen, Kräutertees
  • Für Kinder/Schwangere/Senioren: Macrogol, Lactulose

Wie schnell wirkt ein Abführmittel?

  • Zäpfchen/Einläufe: 5–30 Minuten
  • Stimulanzien: 6–12 Stunden
  • Osmotisch: Macrogol 12–48 Stunden, Lactulose 2–10 Stunden
  • Rizinusöl: 2–6 Stunden

Fazit – eine gesunde Verdauung beginnt mit den richtigen Maßnahmen

Abführmittel sind hilfreich, sollten aber verantwortungsvoll eingesetzt werden. Langfristig zählen: ballaststoffreiche Ernährung, Bewegung und Flüssigkeit. Bei anhaltenden Beschwerden ist ärztliche Abklärung notwendig.

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