Kaliumiodid Lannacher 65 mg Tabletten (20 stk): Produkt-Highlights
- Dient zur Iod-Blockade bei kerntechnischen Unfällen
- In der Regel reicht eine Einmaldosis
- Für Babys und Kinder geeignet
- Teilungskerbe vereinfacht die Dosierung
Informationen
Was bewirkt Kaliumiodid Lannacher?
Passieren Unglücksfälle in kerntechnischen Anlagen, zum Beispiel in Atomkraftwerken, kann in der Folge radioaktives Iod in die Umwelt gelangen. Über die Atmung oder die Nahrungsaufnahme kann es sich in der Schilddrüse anreichern, weil es die gleichen biologischen Merkmale besitzt wie nicht radioaktives Iod.
Der menschliche Körper speichert das radioaktive Element deshalb genauso in der Schilddrüse wie nicht radioaktives Iod . Das ist problematisch, denn während der Organismus nicht radioaktives Iod für viele lebensnotwendige Prozesse benötigt, kann radioaktives Iod die Entstehung von Schilddrüsenkrebs befördern.
Kaliumiodid Lannacher dient daher zur sogenannten Iod-Blockade. Das bedeutet: Aufgrund der Einnahme von Iod-Tabletten wird die Schilddrüse mit Iod gesättigt. Das verhindert im Falle eines kerntechnischen Unglücks die Aufnahme von radioaktivem, gesundheitsschädlichen Iod.
In welchen Situationen ist die Anwendung von Kaliumiodid Lannacher angezeigt?
Besteht Gefahr durch radioaktives Iod infolge eines kerntechnischen Unfalls, bekommen Betroffene die wichtigen Informationen über die Medien und die zuständigen Behörden.
Hier werden auch Empfehlungen ausgesprochen, welche Personengruppe Kaliumiodid-Tabletten einnehmen sollten, wie lange die Einnahme andauern sollte und wo das Präparat genau erhältlich ist. Für die Lagerung des Produkts sind die Bundesländer zuständig. Diese verteilen es im Notfall an Feuerwehr, Apotheken, Rathäusern und ähnlichen Stellen.
Wann wende ich Kaliumiodid Lannacher an?
Das Präparat sollte nur nach expliziter Aufforderung der lokalen Katastrophenschutzbehörden zum Einsatz kommen. Dabei ist der Zeitpunkt entscheidend, denn die beste Prophylaxe bieten Kaliumiodid-Tabletten, wenn sie kurz vor oder gleichzeitig mit der Aufnahme von radioaktivem Iod durch die Luft eingenommen werden.
Betroffene sollten die Tablette spätestens einen Tag nach dem Erstkontakt mit dem radioaktiven Element einnehmen, da eine zu späte Einnahme schaden kann. Wer sich unsicher ist, sollte seinen Arzt oder Apotheker befragen und die genaue Einnahme klären.
Wie nehme ich Kaliumiodid Lannacher ein?
Die Tablette wird entweder im Ganzen geschluckt oder in Flüssigkeit gelöst, wenn dies die Einnahme erleichtert.
Wie lange muss Kaliumiodid Lannacher angewendet werden?
In der Regel genügt eine Einmaldosis. Ob die Einnahme über einen Tag hinaus fortgeführt werden sollte, geben die zuständigen Behörden im gegebenen Fall bekannt.
Auch hier gilt: Bei Unsicherheit den eigenen Hausarzt nach der Dosierung fragen.
Welche Dosis wird empfohlen?
Für Personen im Alter von 13 bis 45 Jahren beträgt die empfohlene Dosis 2 Tabletten (100 mg Iodid) am Tag. Schwangere und Stillende erhalten dieselbe Menge.
Welche Dosis verordnen Fachleute Kindern?
Neugeborene erhalten ¼ Tablette (12,5 mg Iodid), Babys und Kleinkinder im Alter von 1 Monat bis 3 Jahren bekommen ½ Tablette (25 mg Iodid) und Kinder von 3 bis 13 Jahren nehmen 1 Tablette (50 mg Iodid) ein.
Die Tabletten von Kaliumiodid Lannacher lassen sich durch ihre Teilungskerbe entsprechend einfach dosieren.
Welche Dosis empfiehlt man älteren Menschen?
Personen über 45 Jahren sollten grundsätzlich keine Iodid-Tabletten einnehmen. Bei dieser Gruppe diagnostizieren Mediziner häufiger Stoffwechselerkrankungen der Schilddrüse.
In diesen Fällen erhöht sich bei einer Iod-Blockade die Gefahr von unerwünschten Nebenwirkungen. Gleichzeitig sinkt mit steigendem Alter das Risiko, durch radioaktive Strahlung eine bösartige Schilddrüsengeschwulst zu entwickeln.
Wann sollte man Kaliumiodid Lannacher nicht anwenden?
In den folgenden Fällen sollten Sie die Einnahme von Kaliumiodid Lannacher vorab mit dem behandelnden Arzt besprechen:
- Bei einer Erkrankung der Luftröhre,
- gutartigen Knoten in der Schilddrüse,
- einer laufenden Therapie einer Schilddrüsenüberfunktion oder
- bei Verdacht auf einen bösartigen Schilddrüsentumor.
Produktdetails
Anwendungsgebiet
- Bei Unfällen in kerntechnischen Anlagen, insbesondere in Kernkraftwerken, kann es unter ungünstigen Umständen auch zur Freisetzung von radioaktivem Iod kommen. Radioaktives Iod hat die gleichen chemischen und biologischen Eigenschaften wie das in der Nahrung vorkommende natürliche Iod und wird deshalb wie normales, nicht radioaktives Iod in der Schilddrüse gespeichert.
- Das Arzneimittel sättigt in der angegebenen Dosierung die Schilddrüse mit Iod. Damit wird die Aufnahme radioaktiven Iods in die Schilddrüse verhindert (so genannte Iodblockade). Diese Art von Iodtabletten ist nicht zum Ausgleich des in Deutschland herrschenden Iodmangels geeignet.
- Es wird angewendet zur Iodblockade bei kerntechnischen Unfällen.
- Bei einer Gefährdung durch radioaktives Iod informieren die zuständigen Behörden über die Medien sowohl über die Bereitstellung von Kaliumiodidtabletten als auch über die Einnahmedauer.
Wirkstoffe / Inhaltsstoffe / Zutaten
65 mg Kalium iodid
50 mg Iodid Ion
Cellulose, mikrokristallin Hilfstoff (+)
Eudragit E 100 Hilfstoff (+)
Lactose 1-Wasser Hilfstoff (+)
Magnesium stearat Hilfstoff (+)
Maisstärke Hilfstoff (+)
Gegenanzeigen
- Das Arzneimittel darf nicht eingenommen werden,
- wenn Sie eine Schilddrüsenüberfunktion haben,
- wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen Iod sind. Das ist sehr selten und darf nicht mit der häufigen Allergie gegen so genannte Röntgenkontrastmittel (Arzneimittel, die Strukturen und Funktionen im Körper verdeutlichen, damit sie z. B. beim Röntgen besser gesehen werden können) verwechselt werden.
- wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen einen der sonstigen Bestandteile sind,
- wenn Sie unter einer Erkrankung leiden, bei der Bläschen, Hautrötungen und Ekzeme auftreten, bevorzugt an den Ellbogen oder den Knien (Dermatitis herpetiformis Duhring),
- wenn Sie an allergisch bedingter Entzündung der Blutgefäßwände leiden (hypokomplementämische Vaskulitis).
Dosierung
- Bitte nehmen Sie das Arzneimittel nur nach ausdrücklicher Aufforderung durch die zuständigen Behörden ein.
- Der Schutz ist am wirksamsten, wenn die Tabletten kurz vor oder gleichzeitig mit dem Einatmen von radioaktivem Iod eingenommen werden. Eine spätere Einnahme verringert den möglichen Schutz. Die erstmalige Einnahme des Präparates sollte jedoch nicht später als einen Tag nach der Aufnahme von radioaktivem Iod erfolgen, da eine so späte Anwendung eher schädlich ist.
- Nehmen Sie des Arzneimittel immer genau nach Anweisung Ihres Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie nicht ganz sicher sind.
- Dauer der Einnahme
- Eine einmalige Einnahme ist in der Regel ausreichend. In Ausnahmefällen wird die zuständige Behörde bzw. der Arzt eine weitere Tabletteneinnahme empfehlen. Die Tabletteneinnahme ist jedoch bei Neugeborenen stets auf 1 Tag, bei Schwangeren und Stillenden auf 2 Tage zu beschränken.
- Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt das Präparat nicht anders verordnet hat. Bitte halten Sie sich genau an die Anwendungsvorschriften, da es sonst nicht richtig wirken können.
- Bevölkerungs-/Altersgruppe
- Schwangere und Stillende: 2 Tabletten (entsprechend 100 mg Iodid)
- < 1 Monat: ¼ Tablette (entsprechend 12,5 mg Iodid)
- 1 bis unter 36 Monaten: ½ Tablette (entsprechend 25 mg Iodid)
- 3 bis unter 13 Jahren: 1 Tablette (entsprechend 50 mg Iodid)
- 13 bis unter 45 Jahren: 2 Tabletten (entsprechend 100 mg Iodid)
- Personen über 45 Jahren: keine Tabletteneinnahme empfohlen
- Wenn Sie eine größere Menge von Kaliumiodid „Lannacher" 65 mg-Tabletten eingenommen haben, als Sie sollten
- Die Einnahme sehr großer Mengen Iodid kann zu Haut- und Schleimhautreizungen und Magenschmerzen führen. Bei starken Beschwerden sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.
Einnahme
- Arzneimittel zur Einnahme.
- Die Tabletten können geschluckt oder in etwas Flüssigkeit gelöst eingenommen werden.
- Mögliche Reizungen der Magenschleimhaut können durch zusätzliche reichliche Flüssigkeitsaufnahme vermieden werden.
- Teilung der Tablette
- Um die Dosierung für Kinder bis zu 36 Monaten zu erhalten, sind die Tabletten mit Hilfe der Bruchkerben zu teilen.
- Die Tablette mit der nach außen gewölbten Seite auf eine harte Unterlage legen (kantig strukturierte Seite weist nach oben).
- Halbierung: Tablette mit 2 Fingern an den Rändern niederdrücken.
- Viertelung: Mit einem Finger auf die Mitte der Tablette drücken.
Patientenhinweise
- Besondere Vorsicht bei der Einnahme ist erforderlich
- wenn Sie älter als 45 Jahre sind. Die Durchführung der Iodblockade bei Personen, die über 45 Jahre alt sind, wird aus zwei Gründen nicht empfohlen:
- Deutschland zählt zu den Iodmangelgebieten, wodurch mit zunehmendem Alter häufiger Stoffwechselstörungen in der Schilddrüse auftreten. Eine solche sogenannte funktionelle Autonomie erhöht das Risiko der Nebenwirkungen einer Iodblockade.
- Mit steigendem Lebensalter nimmt das Risiko einer bösartigen Schilddrüsengeschwulst, die durch Strahlung verursacht wird, stark ab.
- wenn Sie eine Erkrankung haben, die Ihre Luftröhre betrifft. Durch die Gabe von hohen Iodmengen kann eine Größenzunahme der Schilddrüse verursacht werden, die eine bereits bestehende Einengung der Luftröhre verschlimmert.
- wenn Sie einen gutartigen Knoten in der Schilddrüse haben, der nicht behandelt wird.
- Bei unbehandelten, unkontrolliert hormonbildenden Bezirken (sogenannten „heißen Knoten") besteht die Gefahr der massiven Überproduktion von Schilddrüsenhormonen, die schlimmstenfalls zu lebensbedrohlichen Herz-Kreislauf-Reaktionen führen kann. Daher sollten Personen mit diesen Erkrankungen keine Kaliumiodid-Tabletten einnehmen.
- wenn Sie Arzneimittel gegen Schilddrüsenüberfunktion einnehmen. Personen, die wegen einer Schilddrüsenüberfunktion mit Schilddrüsenhemmstoffen (Thyreostatika) behandelt werden, müssen diese Behandlung fortführen und in kurzen Abständen ärztlich untersucht werden.
- wenn der Verdacht besteht, dass Sie einen bösartigen Tumor der Schilddrüse haben.
- Die Gabe von Iodiod in so großen Mengen kann eine geplante Radiotherapie unmöglich machen. Ebenso kann die Schilddrüsendiagnostik beeinflusst werden und so zu Irrtümern führen. Dies gilt besonders für so genannte Schilddrüsenszintigramme (Untersuchung der Schilddrüse mittels radioaktiv markierten Stoffen) und für Iodstoffwechselstudien, aber auch für den TRH-Test (Bluttest zur Bestimmung der Schilddrüsentätigkeit).
- wenn Sie älter als 45 Jahre sind. Die Durchführung der Iodblockade bei Personen, die über 45 Jahre alt sind, wird aus zwei Gründen nicht empfohlen:
- Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
- Eine Beeinträchtigung der Konzentrations- oder Reaktionsfähigkeit durch Kaliumiodid ist nicht zu erwarten.
Schwangerschaft
- Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke um Rat.
- Schwangere und Stillende erhalten die gleiche Dosis wie Jugendliche und Erwachsene. Die Dauer der Einnahme sollte sich bei Schwangeren und Stillenden auf 2 Tage beschränken.
- Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie während der Schwangerschaft Kaliumiodid einnehmen, da dieser dann die ohnehin erfolgende Schilddrüsenvorsorgeuntersuchung des Neugeborenen besonders beachten wird.
Hinweise
- Besondere Vorsicht bei der Einnahme ist erforderlich
- wenn Sie älter als 45 Jahre sind. Die Durchführung der Iodblockade bei Personen, die über 45 Jahre alt sind, wird aus zwei Gründen nicht empfohlen:
- Deutschland zählt zu den Iodmangelgebieten, wodurch mit zunehmendem Alter häufiger Stoffwechselstörungen in der Schilddrüse auftreten. Eine solche sogenannte funktionelle Autonomie erhöht das Risiko der Nebenwirkungen einer Iodblockade.
- Mit steigendem Lebensalter nimmt das Risiko einer bösartigen Schilddrüsengeschwulst, die durch Strahlung verursacht wird, stark ab.
- wenn Sie eine Erkrankung haben, die Ihre Luftröhre betrifft. Durch die Gabe von hohen Iodmengen kann eine Größenzunahme der Schilddrüse verursacht werden, die eine bereits bestehende Einengung der Luftröhre verschlimmert.
- wenn Sie einen gutartigen Knoten in der Schilddrüse haben, der nicht behandelt wird.
- Bei unbehandelten, unkontrolliert hormonbildenden Bezirken (sogenannten „heißen Knoten") besteht die Gefahr der massiven Überproduktion von Schilddrüsenhormonen, die schlimmstenfalls zu lebensbedrohlichen Herz-Kreislauf-Reaktionen führen kann. Daher sollten Personen mit diesen Erkrankungen keine Kaliumiodid-Tabletten einnehmen.
- wenn Sie Arzneimittel gegen Schilddrüsenüberfunktion einnehmen. Personen, die wegen einer Schilddrüsenüberfunktion mit Schilddrüsenhemmstoffen (Thyreostatika) behandelt werden, müssen diese Behandlung fortführen und in kurzen Abständen ärztlich untersucht werden.
- wenn der Verdacht besteht, dass Sie einen bösartigen Tumor der Schilddrüse haben.
- Die Gabe von Iodiod in so großen Mengen kann eine geplante Radiotherapie unmöglich machen. Ebenso kann die Schilddrüsendiagnostik beeinflusst werden und so zu Irrtümern führen. Dies gilt besonders für so genannte Schilddrüsenszintigramme (Untersuchung der Schilddrüse mittels radioaktiv markierten Stoffen) und für Iodstoffwechselstudien, aber auch für den TRH-Test (Bluttest zur Bestimmung der Schilddrüsentätigkeit).
- wenn Sie älter als 45 Jahre sind. Die Durchführung der Iodblockade bei Personen, die über 45 Jahre alt sind, wird aus zwei Gründen nicht empfohlen:
- Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
- Eine Beeinträchtigung der Konzentrations- oder Reaktionsfähigkeit durch Kaliumiodid ist nicht zu erwarten.
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Sonstiges
- Die Einnahme des Arzneimittels darf nur nach ärztlicher Anweisung oder Aufforderung durch die Behörden erfolgen.
- Mögliche Reizungen der Magenschleimhaut können durch zusätzliche reichliche Flüssigkeitsaufnahme vermieden werden.
- Arzneimittel möglichst schon vor der Aufnahme des radioaktiven Iods einnehmen.
- Das Arzneimittel ist auch bei einer Einnahme weniger als zwei Stunden nach der Aufnahme des Radioiods wirksam.
- Die Einnahme sollte nicht später als einen Tag nach Aufnahme von radioaktivem Iod erfolgen, da sonst dessen Ausscheidung verzögert wird.
Kaliumiodid Lannacher 65 mg Tabletten (20 stk): erfahrungen
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